In eigener Sache: Flattr

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Dem aufmerksamen Leser ist es vielleicht schon aufgefallen, aber seit ein paar Wochen gibt es in diesem Blog einen neuen Button zu bewundern, er ist orange und grün und es steht „Flattr“ dabei (sollten Sie diesen Button nicht sehen können, kann es sein, dass Sie einen AdBlocker aktiv haben oder Script-Ausführungen sperren). Manche unserer Leser mögen sich vielleicht fragen, worum es sich dabei handelt.

Die Idee hinter „Flattr“ ist der Konflikt, der derzeit zwischen den so genannten „neuen“ und den so genannten „klassischen“ Medien ausgetragen wird. Zeitungen und Fernsehsender werfen „dem Internet“ vor, eine „Kostenlos-Kultur“ entwickelt zu haben. Die Nutzer wollen angeblich alles umsonst haben, während das Erstellen von Inhalten nun mal Geld kostet, vom Server, auf dem die Webseite abgelegt ist, angefangen über Recherche bis zur Schreibarbeit. Seit es diese Behauptung gibt, gibt es auch eine Gegenbewegung, die sagt, das sei so nicht richtig. Für gute Inhalte seien die Leute durchaus bereit zu zahlen. Allerdings darf das nicht überteuert sein und das Bezahlsystem muss einfach und individuell sein. Viele Menschen möchten nicht, nur um einen einzelnen Artikel zu lesen, ein ganze Abonnement bezahlen. Und Kleinstbeträge zu überweisen oder per Kreditkarte abzurechnen war seither schwierig. „Flattr“ versucht, hier Abhilfe zu schaffen. Das Wort leitet sich vom englischen „to flatter“ ab, was soviel wie „jemandem schmeicheln“ bedeutet. Wer an Flattr teilnimmt, eröffnet dort eine Art Konto und legt fest, welchen Gesamtbetrag er im Monat für Internetartikel ausgeben möchte. Der Mindestbetrag sind 2,00 Euro. Kommt der Leser nun auf eine Seite mit dem „Flattr“-Button und liest einen Artikel (oder sieht ein Video, hört einen Podcast oder sieht ein Bild), der ihm gefällt, kann er diesen durch einen Klick auf den Button „belohnen“.  Wieviel beim Schreiber des Artikels an Geld ankommt, hängt dabei davon ab, wie oft der Leser im Monat auf den Button klickt. Der Gesamtbetrag pro Monat, den der Leser angegeben hat, wird dabei durch die Anzahl der Klicks geteilt. Hat ein Leser beispielsweise einen Monatsbetrag von 10,00 Euro und klickt 1o verschiedene Seiten an, bekommt jede dieser Seiten am Ende des Monats 1,00 Euro gutgeschrieben. Klickt er im nächsten Monat aber nur 5 Seiten an, bekommt jede Seite 2,00 Euro. Für den Leser bleibt es eine überschaubare Sache, der monatliche Betrag ändert sich nicht. Es ändert sich lediglich der Betrag, der bei den Autoren ankommt.

Es sei noch gesagt, dass jeder Artikel nur einmal anklickbar ist. Im eigenen Account von Flattr bekommt der Leser zudem angezeigt, wie oft er schon geklickt hat und wieviel Geld jeder der Angeklickten bekommt. So kann man den Monatsbetrag beispielsweise hochsetzen, wenn man das möchte, weil man festgestellt hat, dass man doch sehr viel klickt.

„Flattr“ ist im Moment ein Experiment, sowohl auf dem EP-Blog, als auch im allgemeinen „Internet-Leben“. Es bleibt abzuwarten, ob sich dieser Dienst durchsetzt und was er für die vielen Schreiber im Weg so abwirft. Wir werden das auch mal beobachten, aber möglicherweise ist das neben den Werbeeinnahmen eine Möglichkeit, Webseiten, Blogs, Podcasts und Internetvideos zu monetarisieren.

Dieses Video erklärt das System von Flattr nochmal mit Unterstützung einiger schöner Grafiken:

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