Öko-Wiesn 2011: Das Oktoberfest als Vorreiter von umweltschonend organisierten Großveranstaltungen

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Das Thema Umweltschutz ist auf dem Oktoberfest im Laufe der Jahre selbstverständlich geworden. Die Münchner Wiesn ist ein Begriff, nicht nur wegen der unverwechselbaren Volksfestatmosphäre, sondern auch wegen der Maßnahmen für einen möglichst schonenden Umgang mit der Umwelt.

1997 – bereits vor vierzehn Jahren – zeichnete das Bundeswirtschaftsministerium die Stadt München mit dem Bundesprojektpreis für die umweltschonende Organisation von Großveranstaltungen aus. Das Tourismusamt München als Veranstalter des Oktoberfests hatte gemeinsam mit anderen städtischen Referaten dafür eine bewährte Strategie entwickelt. Die Maßnahmen, die eingeführt wurden, betreffen zum Beispiel die erhebliche Reduzierung des Abfalls, die Einführung eines Öko-Punktesystems bei der Bewertung der Beschicker, die Reduzierung des Wasserverbrauchs, die Verwendung des Öko-Stroms „M-Ökoaktiv“ (früher M-Natur) und das Angebot von Bio-Wiesn-Schmankerln.

Auf der Stadtratsebene wird das Öko-Konzept nun noch weiter entwickelt und erweitert.  Folgende Maßnahmen haben sich bei der Organisation und Durchführung einer möglichst umweltschonenden Wiesn jahrelang bewährt:

Pluspunkte für umweltbewusste Wiesn-Bewerber

1995 wurde das Bewertungssystem für die Zulassung der Bewerber um die Wiesn-Teilnahme um den Punkt “ökologische Verträglichkeit” erweitert. Schausteller und Standl-Betreiber erhalten Öko-Punkte für umweltverträgliche Maßnahmen wie die Verwendung biologisch abbaubaren Hydraulik-Öls, für den Verkauf von Produkten aus ökologischem Anbau (mit Eigenzertifikat) oder Energiesparmaßnahmen wie z.B. die Installation einer Solaranlage. Die Verwendung von Öko-Strom ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt.

Bio-Schmankerl auf der Wiesn

Für das Oktoberfest 2011 sind zahlreiche Betriebe nach der EU-Öko-Verordnung Nr. 834/2007 zertifiziert und bieten eine breite Palette an Volksfestspezialitäten in Bio-Qualität: In der Hühner- und Entenbraterei Ammer ist über die Hälfte des Angebots in Bio-Qualität: Hendl, Spießbratensemmeln, Kasbrettl, Salate und vieles mehr. Bei der Schichtl-Gastronomie stehen regionale Bio-Wurst- und Fleischspezialitäten von heimischen Schweinen und Rindern sowie Backwaren auf der Speisekarte. Unter anderem garantieren hier die Herrmannsdorfer Landwerkstätten für Bio-Qualität. Besonderes Schmankerl ist das „Dinner für Spinner“ – eine Platte mit Wurst- und -Fleischspezialitiäten. Heckls „Rollende Metzgerei“ bietet ein komplettes Sortiment von Bio-Metzger-Spezialitäten: Leberkäse, Fleischspieße, Steak-Semmeln, Würstl und Pommes. Knusprige Bio-Hendl werden in der Hühnerbraterei Wildmoser serviert. Bio-Bratwürstl und Bratensemmeln gibt es bei Bernd Ebert. Familie Oberlader verkauft Bio-Würstl verschiedenster Art: Bio Rindsbratwurst, Bio-Brühpolnische, Bio-Schweinswürstl aber auch Bio-Fleischspieß und Bio-Fleischpflanzl. Hans und Monika Engl servieren Bio-Würstl in verschiedenen Variationen. Nicole Aschenwald verkauft Bio-Reiberdatschi, Gemüseburger und Bio-Hacksteak plus Bionade. Bio-Bratwürstl servieren Andreas Dräger und Christine Kübler-Dräger im „Schlemmerhaus“ sowie die Kammermeyer und Obermeier GbR.
Die Waffelbäckerei Kiebl kredenzt Bio-Waffeln und Apfelkücherl. Das Stehcafé von Michael Kiebl bietet Bio-Pfannkuchen. Die Süßwarenstandln von Karl Novakovic (Bio-Mandeln), Wolfgang Rosner (Bio-Mandeln), Kurt Geier (Bio-Mandeln und -Haselnüsse), Peter Schlottmann (exotische Nüsse) und Ingrid Zimmermann-Weber (Bio-Kerndl) offerieren ebenfalls leckere und gesunde Bio-Schleckereien. Köstliche Bio-Mandeln verkauft der Mandelstand Wachinger.
Schoko-Bananen, Schoko-Äpfel und Schoko-Trauben in Bio-Qualität tischt Norbert Lange auf. Ernst und Heidi Eckl sind mit Bio-Äpfeln und -Schokolade dabei. Die Familie Guderley verwöhnt mit gesundem Naschwerk: Bio-Zimtmandeln, Apfelringe, Studentenfutter und Joghurt-Reistaler. Bio-Wein kredenzt Claudia Aigner. Kaffee-Spezialitäten wie Latte-Macchiato und Cappucino in Bio-Qualität kredenzt das Café Kaiserschmarrn.

Öko-Strom

Seit elf Jahren können alle Wiesn-Anbieter M-Ökoaktiv, das Öko-Strom Angebot der Stadtwerke München (früher M-Natur), beziehen. Dabei geht die Festleitung stets mit gutem Beispiel voran: Seit dem Jahr 2000 werden alle öffentlichen Bereiche der Wiesn, die Wiesn-Straßen und die öffentlichen Toiletten mit Öko-Strom versorgt. Auch mehr als die Hälfte aller Schausteller und Wirte haben sich für die umweltbewusste Stromversorgung entschieden. Fahrgeschäfte wie das Riesenrad, Olympia Looping, High Energy, Skater, Top Spin, Break Dance, Rocket oder die Wilde Maus werden mit Ökostrom versorgt ebenso die Festhallen Bräurosl, Hacker-Festhalle, Ochsenbraterei, Winzerer Fähndl, Löwenbräu und Hippodrom.
Mit dem Bezug von M-Ökoaktiv erhalten die Wiesn-Anbieter Strom, der ausschließlich in Wasserkraftwerken erzeugt wird. Dafür zahlen sie 1,53 Cent (netto) pro Kilowattstunde Aufpreis. Zertifiziert wird der SWM Öko-Strom MÖkoaktiv, durch den TÜV-SÜD. Als europaweit anerkannter Energiezertifizierer stellt er mit jährlichen Prüfungen sicher, dass der Ökostrom tatsächlich zeitgleich in Wasserkraftwerken erzeugt wird und die Einnahmen durch M-Ökoaktiv ausschließlich für den Bau von Neuanlagen zur regenerativen Stromerzeugung in und um München genutzt werden.

Erfolgreiches Wasser-Recycling-Projekt

Wasser gespart wird auf der Wiesn seit 1998 mit Hilfe eines Recycling-Projektes: In fünf Zelten (Hofbräu, Winzerer Fähndl, Hacker, Bräurosl und Löwenbräu) und in der Hühnerbraterei „Zum Stiftl“ wird das Nachspülwasser der Bierkrugspülmaschinen nicht in den Abwasserkanal geleitet, sondern für die Zelttoiletten verwendet. So konnte im vergangenen Jahr eine Einsparung von 6400 Kubikmeter Brauchwasser bewirkt werden.
Neu: Auf der Oidn Wiesn wird im Festzelt das Spülwasser der Gläserspülmaschine in der Geschirrspülmaschine weiterverwendet. Durch spezielle eingebaute Filter kann das Wasser mehrfach verwendet werden. Dadurch wird mit einer Wasserersparnis von rund 500 Litern pro Maschine und Stunde bei Vollbetrieb gerechnet. Die Firma IMET entwickelte das Wasser-Recycling-Projekt, das von der Firma Hackl in die Praxis umgesetzt wurde.

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Bewährte Maßnahmen zur Abfallreduzierung

Seit 19 Jahren bestehen die Regelungen zur Abfallvermeidung. Sie haben dazu beigetragen, dass die Menge des Abfalls erheblich reduziert wurde. Die beiden Säulen des Abfallvermeidungskonzeptes sind das Verbot von Einweggeschirr und Getränkedosen sowie die strikte Trennung des Abfalls. Auf dem Oktoberfest ist seit 1991 nur Mehrweggeschirr und -besteck zugelassen. Die beliebten Wiesn-Spezialitäten wie Hendl vom Grill, Steckerlfisch und Ochs vom Spieß schmecken auf Porzellan statt Papptellern doppelt so gut. Erfrischungsgetränke werden nur in Mehrwegflaschen gegen ein Mindestpfand von einem Euro abgegeben. Es werden keine Getränke in Dosen verkauft. Bei der Anlieferung von Lebensmitteln und Bierkrügen werden wiederverwendbare Transportbehältnisse benützt.
Alle Abfälle werden sortiert und die Wertstoffe in die dafür vorgesehenen Sammelbehälter gebracht. Hierfür stellt das Tourismusamt in Zusammenarbeit mit dem städtischen Abfallwirtschaftsbetrieb München und einem Privatunternehmen acht Presscontainer für Papier und Kartonagen, je zwei Sammelbehälter für brennbaren Abfall und Weißblech und je acht Iglus für Weißglas und Grünglas auf. Die gastronomischen Großbetriebe entsorgen ihr Altglas über eigene Container. Die anfallenden Küchen- und Speisereste werden getrennt erfasst und der gesonderten Verwertung zugeführt. Für die Entsorgung des nicht recyclingfähigen Restmülls stellt das Tourismusamt weitere elf Presscontainer auf, zu deren Betreuung eigens ein Ordnungsdienst engagiert wird.

Quelle: Tourismusamt München

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