Schwibbögen, Nussknacker und Bergparaden: Im Erzgebirge werden jahrhundertealte Weihnachtstraditionen gepflegt

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Die sogenannten Bergparaden gehören zu den Höhepunkten der erzgebirgischen Weihnachtszeit. Foto: djd/Tourismusverband Erzgebirge e.V.
Die sogenannten Bergparaden gehören zu den Höhepunkten der erzgebirgischen Weihnachtszeit. Foto: djd/Tourismusverband Erzgebirge e.V.

(djd/pt). Mit der Adventszeit beginnt im Erzgebirge die schönste Zeit des Jahres. Reges Treiben herrscht in allen Häusern. In den Fenstern erstrahlen die Kerzen der Schwibbögen, Nussknacker, Räuchermännchen, Bergmänner und Lichterengel – all die liebevoll geschnitzten kleinen Holzfiguren werden hervorgeholt. Wohl nirgendwo sonst können Tradition und Brauchtum so intensiv erlebt werden wie zur Weihnachtszeit in der Erlebnisheimat Erzgebirge.

Festlicher Lichterglanz

In unzähligen Städten und Dörfern des Erzgebirges öffnen Weihnachtsmärkte ihre Pforten, meterhohe Pyramiden drehen ihre Holzfiguren im Schein des Lichts und künden vom Glauben der Bergleute. Die Einheimischen und ihre Gäste werden alle Jahre wieder in den Bann gezogen, wenn die Bergleute bei Bergparaden und Bergaufzügen zum Spiel ihrer Kapellen im traditionellen Habit zum weihnachtlich geschmückten Marktplatz aufmarschieren. Besonders festlich wird es, wenn in den Gruben ein Raum, mit Tannengrün geschmückt, im Lichterglanz erstrahlt und zur „Mettenschicht“ eingeladen wird. Diese ursprünglich letzte Schicht des Bergmanns vor Weihnachten wird heute mit rustikalen Speisen und kultureller Umrahmung begangen. Zum Höhepunkt der erzgebirgischen Weihnacht gehört das „Neunerlei“, das traditionelle Festessen am Heiligen Abend.

Die Tradition der Schwibbögen

Eine lange Tradition haben auch die sogenannten Schwibbögen. Wenn am Weihnachtsabend die Kirchenglocken zur Christmette riefen, hingen die Bergleute ihre Grubenlampen um den Stolleneingang auf. Die Form des Schwibbogens geht auf dieses leuchtende Mundloch am Eingang des Bergwerks zurück. Es inspirierte einen Bergschmied im Jahr 1776 zu einer Schmiedearbeit, bei der Motive aus dem Leben der Bergleute aus einem Stück Schwarzblech herausgeschlagen wurden. Sieben Kerzen schmücken den Schwibbogen.

Das Zauberwort hieß Silber

Wie der Schwibbogen haben auch alle anderen zahlreichen Weihnachtsbräuche und Traditionen im Erzgebirge ihren Ursprung im Bergbau. Das Zauberwort hieß Silber: Das sogenannte Berggeschrey brachte im zwölften Jahrhundert Tausende auf die Beine. Sie alle wollten an den reichen Silberfunden teilhaben, die an den Hängen des Erzgebirges gemacht wurden. Viele Städte künden heute noch vom Reichtum und Stolz ihrer Bauherren und vom Kunstsinn ihrer Baumeister. Einmalige Kunstwerke sind überall in Kirchen und Museen zu finden. Prächtige Bürgerhäuser stehen in den verwinkelten Straßen und Gassen, stolze Rathäuser beherrschen die mittelalterlichen Marktplätze. Aus der Not der Bergleute, nach dem Niedergang des Erzbergbaus einen neuen Broterwerb zu finden, entstand das Klöppeln, Schnitzen und Drechseln. Weltweit bekannt sind die geschnitzten Figuren aus dem Spielzeugdorf Seiffen, von dem man sagt, hier könnte Weihnachten erfunden worden sein.

Entlang der sächsisch-böhmischen Silberstraße

Das Erzgebirge im Süden Sachsens lässt sich am besten entlang der über 230 Kilometer führenden Silberstraße entdecken. Wie an einer Perlenschnur reihen sich die beeindruckenden Zeugnisse bergmännischer Traditionen aus acht Jahrhunderten aneinander. Von Zwickau aus zieht sie sich bis nach Dresden. Mehr als 30 Museen und elf Schaubergwerke vermitteln ein authentisches Erlebnis. Zahlreiche Zeugnisse der Bergbaugeschichte finden sich auch auf der tschechischen Seite des Erzgebirges. Die sächsische Silberstraße wurde deshalb, im Rahmen eines Ziel3-Projekts, mit tschechischen Sehenswürdigkeiten und Ausflugszielen wie Boci Dar, Ostrov und Jáchymov verbunden.

Alle Informationen gibt es beim Tourismusverband Erzgebirge, Adam-Ries-Straße 16, 09456 Annaberg-Buchholz, Telefon 03733-188000 oder unter www.tourismus-erzgebirge.de im Internet.

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Bergparaden

Ursprünglich dienten die Bergaufzüge und Bergparaden dazu, dem Landesherren und seinem Gefolge bei besonderen Anlässen wie einer Hochzeit oder dem Besuch hoher Gäste zu huldigen. Heute sind sie der Höhepunkt der erzgebirgischen Weihnachtszeit. Es gibt für die meisten Bergparaden feststehende Termine. Das beginnt mit dem Auftakt am Vorabend des ersten Advents in Chemnitz und endet mit der großen Abschlussparade am vierten Advent in Annaberg-Buchholz. Im Internet unter www.erzgebirge-tourismus.de stehen alle Termine der Bergparaden und Weihnachtsmärkte.

Quelle: djd/Tourismusverband Erzgebirge e.V.

Ein Gedanke zu „Schwibbögen, Nussknacker und Bergparaden: Im Erzgebirge werden jahrhundertealte Weihnachtstraditionen gepflegt

  • 9. Oktober 2013 um 11:21
    Permalink

    Ein Hallo aus dem Erzgebirge!

    Wir haben diesen Blog zufällig gefunden und freuen uns über diesen Erzgebirgs-Artikel 🙂

    Wir kommen aus Schönheide/Erzgebirge und sind zur Weihnachtszeit sozusagen immer mittendrin im Geschehen. Lang ist es nicht mehr hin, bis die Winter- und mit ihr die Vorweihnachtszeit beginnt. Und dann entdeckt man die wie hier beschriebenen Bräuche und Traditionen und schlendert über die verschiedenen Weihnachtsmärkte.

    Vielleicht konnte und kann der ein oder andere Leser neugierig gemacht werden und entschließt sich zu einem Besuch an dieses schöne Fleckchen Erde =)

    Viele Grüße
    Holger Seidel

    [ und neugierig ist, wie es bei uns im Laden aussieht, hier in Link:
    http://www.pyramiden-schwibbogen.com/rts/laden-werkstatt.asp ]

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