NOORDBRABANTS MUSEUM KAUFT VAN GOGH-AQUARELL – Gratis Eintritt am 10. Dezember 2016

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Vincent van Gogh (1853-1890): Der Pfarrgarten in Nuenen, 1885 - Bild: Het Noordbrabants Museum / Niederländisches Büro für Tourismus und Convention

Vincent van Gogh (1853-1890): Der Pfarrgarten in Nuenen, 1885 – Bild: Het Noordbrabants Museum / Niederländisches Büro für Tourismus und Convention

Das „Het Noordbrabants Museum“ in Den Bosch hat unlängst das Aquarell „Der Pfarrgarten in Nuenen“ von Vincent van Gogh (1853-1890) aus Privatbesitz erworben. Dieses Werk, entstanden von Oktober bis November 1885, ist als letztes Aquarell bekannt, das der Künstler nachweislich in Nuenen schuf und das in van Goghs Oeuvre einen bedeutenden Platz einnimmt. Dieser für „Het Noordbrabants Museum“ bisher bemerkenswerteste Ankauf deckt sich mit der Ambition, einen repräsentativen Überblick von Van Goghs Brabanter Periode mit Originalwerken des Künstlers zu vermitteln. Der Pfarrgarten in Nuenen wurde mit Hilfe der finanziellen Unterstützung der BankGiro Loterij, des Mondriaan Fonds, dem VSBfonds, den Freunden von Het Noordbrabants Museum, der Renschdael Art Foundation sowie Coen Teulings erworben. Von der Ankaufssumme von insgesamt gut einer Millionen Euro übernahm die BankGiro Loterij beinahe die Hälfte. Um den Neuerwerb zu feiern, ist „Het Noordbrabants Museum“ am Samstag, den 10. Dezember von 11 bis 17 Uhr, kostenlos geöffnet.

Bedeutung für die Sammlung Niederlande

Vincent van Gogh wohnte nahezu anderthalb Jahre lang bei seinen Eltern in dem Pfarrhaus von Nuenen. Der Garten hinter dem Pfarrhaus war ein Ort, den van Gogh ins Herz geschlossen hatte, und wo er eine Anzahl ausgesprochen ehrgeiziger Werke schuf. Aus verschiedenen Gründen hat das Aquarell einen besonderen Stellenwert in van Goghs Oeuvre. In einem Brief an seinen Bruder Theo schrieb van Gogh: „Ich habe auch noch eine Herbststudie von dem Teich daheim im Garten gemacht. An diesem Ort verbirgt sich auf jeden Fall ein Gemälde.“ Das große und nur von Schwarz-Weiß-Reproduktionen bekannte Gemälde, dem dieses Aquarell später Pate stehen sollte, ging im Zweiten Weltkrieg verloren. Die Aquarellzeichnung vermittelt eine Idee, wie das Kolorit wohl ausgesehen haben mag. Bei beiden Werken ging es darum, eine erfundene, zusammengestellte Komposition mit Figuren zu fertigen, die Art der Darstellung, die van Gogh seit Beginn seiner Künstlerlaufbahn schaffen wollte. Darüber hinaus ist dies sein erstes Experiment mit einem Thema, das er auch in Paris und Arles verewigen sollte: spazierengehende Figuren und Paare in einem prächtigen Garten oder poetischen Park. Als eines der letzten Werke, die er in Nuenen schuf – und als einziges Aquarell – zeigt das Blatt letztendlich die größere Helligkeit, die van Gogh in seiner Farbanwendung entwickelte, nachdem er im Oktober 1885 das Rijksmuseum besucht hatte. Bei der dortigen Studie der alten Meister kam er zu der Erkenntnis, dass er sich bis dahin zu sehr dem dunklen Kolorit hingegeben hatte, und zurück in Nuenen zog er daraus sofort die Konsequenzen, wie die ansprechende (und gut erhaltene) Farbenpracht der Darstellung illustriert. Erworben wurde das Aquarell vermutlich 1903 von dem namhaften Kunstkritiker und Kunstpädagogen H.P. (Hendrik) Bremmer, dem späteren Ratgeber von Helene Kröller-Müller, und nach dessen Tod 1956 kam es in die Hände seiner Erben. Um 1969 gelangte das Werk in die Sammlung, aus der es nun erworben werden konnte.

Bedeutung für Nordbrabant

In der Initiative „Van Gogh Brabant“ haben sich fünf Einrichtungen im Bereich des kulturellen Erbes in Brabant (Van Gogh Village Nuenen, Vincents Zeichenklasse in Tilburg, die Van Gogh-Kirche in Etten-Leur, das Vincent van Gogh Huis in Zundert und Het Noordbrabants Museum in ’s-Hertogenbosch) zusammengeschlossen, um das Kulturerbe Van Goghs in Brabant zu erhalten und miteinander zu teilen. Hierin kommt es zu einer immer engeren Zusammenarbeit mit „Van Gogh Europe“, einem internationalen Zusammenschluss verschiedener Institutionen, sowohl in den Niederlanden, als auch in Belgien und Frankreich, um sich für den Erhalt und die gemeinschaftliche Förderung von Van Goghs Erbe einzusetzen. Der Ankauf entspricht zudem der Politik der Provinz Nordbrabant, die Van Gogh in den kommenden Jahren nachdrücklicher mit Brabant verbinden möchte. Ein nettes Detail dieses Ankaufs ist die Tatsache, dass eine Stätte von Van Goghs kulturellem Erbe in Brabant auf der Darstellung abgebildet ist.

Van Gogh in Het Noordbrabants Museum

Als einziges Museum im Süden der Niederlande präsentiert „Het Noordbrabants Museum“ Originalwerke von Vincent van Gogh. Sie befinden sich in der Schau „Het Verhaal van Brabant“ (Die Geschichte von Brabant), insbesondere in einem an Van Gogh und seine Brabanter Periode gewidmeten Pavillon. Abgesehen von einem einzigen Gemälde (Bäuerin beim Umgraben) besitzt das Museum unter anderem zwei Dauerleihgaben vom niederländischen „Rijksdienst voor Cultureel Erfgoed“ (Landesamt für Kulturerbe, RCE) sowie einige temporäre Leihgaben vom Van Gogh Museum. Untergebracht wird der Neuerwerb im Van Gogh-Pavillon. Wegen der Empfindlichkeit des Aquarells wird es vorläufig temporär zu sehen sein, nämlich bis zum 19. März 2017. Nach ein paar Ruhemonaten wird das Aquarell dann in eine darauf angepasste Vitrine zurückkehren, wodurch das Werk länger präsentiert werden kann.

Kostenlose Öffnung am Samstag, 10. Dezember

Um den Neuerwerb zu feiern, ist „Het Noordbrabants Museum“ am Samstag, den 10. Dezember von 11 bis 17 Uhr, für die Öffentlichkeit kostenlos zugänglich. Der Tag wird mit diversen Aktivitäten festlich begangen: Live Musik auf dem Vorplatz, einem Greenscreen-Fotostudio, wo Besucher im Pfarrhausgarten figurieren können sowie Erläuterungen zum Ankauf (um 12 und 14 Uhr) von der Konservatorin Helewise Berger im Statenzaal. Die ersten 500 Besucher bekommen darüber hinaus etwas Leckeres angeboten.

Studie und Präsentation Van Gogh unter der Lupe

Zwischen 1884 und 1888 nutzte Van Gogh relativ regelmäßig erneut zuvor bemalte Leinwände. „Het Noordbrabants Museum“ möchte sich mehr Einblick darüber verschaffen, was sich unter einer Anzahl der Gemälde aus der Dauerpräsentation verbirgt. Deshalb werden im nächsten Frühjahr fünf Gemälde mit Hilfe von Röntgenuntersuchungen, Infrarotfotografie, Infrarotreflektografie und Streiflicht-Fotografie technisch untersucht. Die Präsentation „Van Gogh doorgelicht“ (Van Gogh unter der Lupe) vom 24. Juni 2017 bis 21. Januar 2018 wird die Ergebnisse dieser Studie vorlegen.

Besucherinformationen Het Noordbrabants Museum

Het Noordbrabants Museum
Verwersstraat 41,’s-Hertogenbosch, Niederlande
T +31 (0)73 – 6877 877
www.hetnoordbrabantsmuseum.nl

Geöffnet: Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr.
Geschlossen: Montag (außer an Feiertagen), Neujahrstag, Karneval, Königstag und 1. Weihnachtstag.

Eintrittspreise Het Noordbrabants Museum
Erwachsene: € 12,-
Museumkaart (niederländische Museumskarte), Vereniging Rembrandt-Karte und ICOM: gratis
Kinder 4 bis 17 Jahre: gratis

Het Noordbrabants Museum bildet zusammen mit dem Stedelijk Museum ’s-Hertogenbosch das Museumsquartier ’s-Hertogenbosch, eine der größten kulturellen Attraktionen der Niederlande.

Preis Kombiticket Het Noordbrabants Museum und Stedelijk Museum ’s-Hertogenbosch
Erwachsene: € 15,-

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Quelle: Niederländisches Büro für Tourismus und Convention

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