Ewig lockt die Seine: „Niederländer in Paris 1789-1914“ im Van Gogh Museum

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Vincent van Gogh, Boulevard de Clichy, 1887, Van Gogh Museum Amsterdam
Vincent van Gogh, Boulevard de Clichy, 1887, Van Gogh Museum Amsterdam

Der Sehnsuchtsort Paris übte im 19. Jahrhundert eine besondere Anziehungskraft auf junge Künstler und Freigeister aus. Noch bis 7. Januar 2018 zeigt das Van Gogh Museum mit der Ausstellung „Niederländer in Paris 1789-1914” die spannende Wechselwirkung zwischen niederländischen Künstlern, darunter Van Gogh, Van Dongen und Mondrian, und der Lichterstadt.

Mehr als 130 Werke präsentiert das Museum dem Besucher, darunter ikonische Meisterwerke wie „Boulevard de Clichy“ (1887) von Van Gogh oder kleine Perlen wie „Ballettänzerin“ (1886) von Breitner. Die Gemälde der niederländischen Künstler Van Spaendonck, Jongkind, Van Gogh, Van Dongen und Mondrian werden im Zusammenhang mit jenen ihrer französischen Zeitgenossen Monet, Degas, Signac, Pissarro, Cézanne, Braque und Picasso gezeigt. Daraus ergeben sich spannende Rückschlüsse auf die gegenseitige Beeinflussung der niederländischen und französischen Kunst.

Oh, Paris!

Seit Jahrhunderten ist die Stadt an der Seine eine Quelle der Inspiration für Millionen Menschen auf der ganzen Welt. Im 19. Jahrhundert, der Zeit der großen Umwälzungen in Politik, Wissenschaft und Kunst, zog es Künstler aus ganz Europa nach Paris. Überall in der Stadt entstanden kreative Brutstätten; Künstler hatten die Wahl aus einer Vielzahl von Ausstellungs- und Ausbildungsmöglichkeiten. Für die junge Generation war dies die Stadt, in der alles möglich war. Die Ausstellung im Van Gogh Museum veranschaulicht dies aus der Perspektive acht niederländischer Künstler und zeichnet so die Liebesgeschichte zwischen den beiden Ländern nach.

Freundschaft

Niederländer wie Scheffer und Jongkind zogen in die „Kunsthauptstadt der Welt“, um dort auszustellen, zu verkaufen und neue Kontakte zu schließen. In Akademien, Privatateliers, Salons, Cafés und auf den großen Boulevards kamen niederländische und französische Künstler zusammen. Inspiriert von ihren verschiedenen Hintergründen und der neuen Freundschaft entstanden wahrhaft grenzüberschreitende Werke. Künstler wie Jongkind, Breitner, Van Gogh, Van Dongen und Mondrian entwickelten gemeinsam mit Monet, Degas, Signac, Pissarro, Cézanne, Braque und Picasso neue Stile und Techniken. Dabei fand die Beeinflussung keinesfalls nur in eine Richtung statt. Nicht nur die Niederländer ließen sich durch die neue Umgebung und Freundschaft inspirieren, auch die französischen Künstler lernten dazu. So zeigte Jongkind seinen Kollegen Monet, Boudin und Sisley, wie man das Licht auf der Leinwand einfängt. Im Gegenzug nahmen Breitner und Israels den französischen Impressionismus mit nach Hause und malten – unüblich für ihre Heimat – Ballerinen oder gar nackte Tänzerinnen.

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Frankreichjahr im Van Gogh Museum

Die Ausstellung „Niederländer in Paris 1789-1914“ ist Teil des Frankreichjahres, das 2017 im Van Gogh Museum stattfindet. Fast gleichzeitig zeigt die zum Museum gehörende Mesdag Collectie in Den Haag die Ausstellung „Niederländer in Barbizon“, vom 27. Oktober 2017 bis 14. Januar 2018.

Das Van Gogh Museum ist einer der Partner der Initiative „Kunst Holland“. Dieser Initiative gehören 2017 außerdem das Rijksmuseum, Königliche Concertgebouw, Mauritshuis, Gemeentemuseum, Escher im Palast, Kröller-Müller-Museum, Noordbrabants Museum und Groninger Museum an. Ziel ist es, den deutschen Nachbarn die hochkarätigen Kunstschätze und die interessanten Ausstellungsprogramme der Niederlande näherzubringen.

Weitere Informationen:
www.holland.com/kunst

www.vangoghmuseum.nl

Quelle: Niederländisches Büro für Tourismus und Convention

 

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