Reisegepäck

Reisegepäck hat manchmal ein paar sehr unangenehme Eigenschaften. Erstens scheint es immer zu viel davon zu geben, zweitens scheint das Volumen des Gepäcks während der Reise zuzunehmen, so dass man bei der Abreise Schwierigkeiten hat, alles wieder unterzubringen. Abhängig davon, wie Sie reisen wollen, sollten Sie Ihr Gepäck und die Transportmittel entsprechend planen.

Ich packe meinen Koffer und packe ein…

Bei der Gründlichkeit und Planungsmentalität, die man den Deutschen im Allgemeinen nachsagt, sollte es eigentlich kein Problem sein, einen Koffer zu packen. So könnte man zumindest denken. Leider ist oft das Gegenteil der Fall.
Das Packen von Koffern oder Reisetaschen bedarf in der Tat ein wenig Planung, zum einen von den Dingen, die überhaupt mitgenommen werden müssen, zum anderen, wie man sie in den Koffer oder die Tasche organisiert. Wenn man Sachen einfach „reinwirft“, wird man unter Garantie nicht alles, was man mitnehmen möchte, unterbringen können. Diese Dinge könnten auf einer Reise wichtig werden:

Reiseunterlagen und Dokumente

Diese werden auf jeden Fall benötigt und sollten griffbereit sein, am besten in einer kleinen Extratasche. Manche Reiseveranstalter schicken ihre Unterlagen auch in einer solchen Tasche. Welche Reisedokumente Sie benötigen, lesen Sie im entsprechenden Abschnitt. Wenn für Ihr Reiseziel eine bestimmte Impfung Vorschrift, benötigen Sie selbstverständlich auch Ihren Impfausweis, um diese nachzuweisen.

Kleidung

Sie dürften ja eigentlich wissen, wieviel Kleidung sie für welchen Zeitraum benötigen. Allerdings sollten Sie, etwa wenn Sie es gewohnt sein sollten, mehrmals täglich die Sachen zu wechseln, vielleicht Abstriche machen. Jedes zusätliche Kleidungsstück verbraucht Platz und bringt im Zweifelsfall Gewicht. Fangen Sie mit dem an, das Sie unbedingt brauchen; wenn noch Platz ist, können Sie immer noch zuladen.

Spezielle Kleidung

Damit sind nicht nur Sportausrüstungen gemeint. Machen Sie beispielsweise eine Kreuzfahrt, kann es unabdingbar sein, eine spezielle Abendgarderobe dabei zu haben, die etwas förmlicher ist als diejenige, die tagsüber getragen wird. Auch Badeanzug, Badehose oder Bikini gehören dazu, es sei denn Sie verbringen Ihren Badeurlaub an einem FKK-Strand.

Kulturtaschen

Mit dem Begriff „Kulturtasche“ oder „Kulturbeutel“ umschreibt man eine Tasche, in der die Dinge der täglichen Hygiene auf Reisen transportiert werden, in der Regel Zahnputzutensilien, Nagelscherennecessaire, Kamm, Bürsten, sowie Wasch- und Pflegeartikel. Die Kulturtaschen gibt es in verschiedenen Ausführungen, zum Beispiel als tatsächliche „Tasche“ mit Reißverschluss, oder als so genannte „Rolle“, die man an einem Haken aufhängen und entrollen kann, und damit alles praktisch griffbereit hat.

Wichtig ist, dass Kulturtaschen auf Flugreisen nichts im Handgepäck verloren haben. Scheren oder Nagelfeilen werden als mögliche Waffen angesehen und müssen am Kontrollpunkt zurückgelassen werden, außerdem darf man nur noch eine beschränkte Menge an Flüssigkeit mit in die Flugzeugkabine nehmen. Wollen Sie Ärger dieser Art vermeiden, tun Sie ihre Kulturtasche ins normale Gepäck, das Sie am Schalter aufgeben.

Reiseapotheke

Um für den Ernstfall gerüstet zu sein, empfiehlt es sich, eine kleine Reiseapotheke mitzunehmen. Bitte beachten Sie, dass diese wegen der Beschränkungen für Handgepäck im Flugverkehr ebenfalls besser im regulären Gepäck mitgeführt werden sollte. Für Medikamente im Handgepäck braucht man einen Nachweis, dass man diese unbedingt braucht, ansonsten dürfen auch gerade Flüssigkeiten nicht mit ins Flugzeug.
Was Sie in Ihre Reiseapotheke tun sollten, erfahren Sie unter der Kategorie „Reisekrankheiten“.

Brustbeutel

Brustbeutel / Gürteltaschen

Beim Thema „Reisekasse“ wurde bereits erwähnt, dass es nicht ratsam ist, Bargeld, Kreditkarten oder auch Reisedokumente im Urlaub in einem normalen Geldbeutel an den „üblichen Orten“ aufzubewahren, wie zum Beispiel die Gesäßtasche oder die Handtasche. Vorzuziehen ist ein Ort, der es eventuellen Dieben von vornherein schwer macht, etwas zu stehlen. Brustbeutel oder am Gürtel befestigte Taschen leisten da gute Dienste.

Gürteltaschen können, um sie zu verstecken, in den Hosenbund gesteckt werden. Hat man ein Kleidungsstück darüber, ist die Tasche nicht zu sehen, und einfach zu erreichen auch nicht.

Brustbeutel trägt man daher am besten auch unter einem Kleidungsstück möglichst direkt am Körper und holt sie nur hervor, wenn man sie unmittelbar benötigt. Außerdem gibt es noch spezielle Kleidungsstücke, die über Geheimtaschen verfügen, hauptsächlich spezielle Gürtel.

Wasserdichter Anhänger

Wasserdichte Taschen, Brustbeutel und Anhänger

Unter gewissen Umständen ist es nicht ratsam, gewisse Gegenstände am Strand oder am Pool einfach liegenzulassen. Und Fächer, um Wertgegenstände wegzuschließen, gibt es nicht überall. Auf eine ähnliche Situation kann man auch im Winterurlaub treffen, denn letztlich ist Schnee nichts weiter als gefrorenes Wasser, das jederzeit wieder flüssig werden kann. Was tut man also mit dem Geld, der Kreditkarte oder dem Schlüssel fürs Auto oder zum Hotelzimmer? Mitnehmen am Besten, und zwar in einer wasserdichten Tasche.

Solche Taschen gibt es in verschiedenen Größen und für verschiedene Zwecke. Man kann sie um den Hals hängen, am Oberarm befestigen oder anderweitig mitnehmen. Unbedingt sollte darauf geachtet werden, welche Art „wasserdicht“ eine Tasche ist. „Spritzwassergeschützt“ bedeutet, dass man sie nicht zum Schwimmen oder gar Tauchen mitnehmen kann. Auch muss man berücksichtigen, dass die Tasche aufgrund der Luft in ihr einen gewissen Auftrieb hat und unter Umständen aufschwimmt. Für Schwimmen und Schnorcheln ist daher eine Oberarmtasche tatsächlich am Besten geeignet.

Bitte beachten Sie unbedingt, dass ein solche Tasche keine Garantie gegen das Nasswerden ist. Die Dichtringe und Verschlüsse müssen regelmäßig überprüft werden, und nach jedem „Einsatz“ im Salzwasser sollte die Tasche gründlich gespült werden. Salz greift die Dichtungen an und macht sie durchlässig. Zudem ist eine wasserdichte Tasche nicht unzerstörbar, sie muss daher auch auf eventuelle Schäden kontrolliert werden.

Nachdem man sich also klar ist, was alles mit in den Urlaub muss, geht es nunmehr um die Frage: Wie zur Hölle bringt man das ganze Zeug dahin? Zum Transport und zur Aufbewahrung gibt es folgende Möglichkeiten:

Rucksack

Der Klassiker nicht nur für Wanderungen – aufgesetzt und Hände frei beim Laufen. Sollten Sie Ihre Reise zu Fuß antreten, wird der Rucksack Ihr bester Freund sein, auch wenn Sie ihn vielleicht hin und wieder verfluchen werden. Für Wanderungen empfiehlt es sich, einen speziellen Rucksack zu nehmen, bei dem die Trageriemen speziell gepolstert sind und der am Rücken anatomisch geformt ist. Für den „normalen“ Gebrauch tut es auch etwas kleineres. Sollten Sie Ihre Reise  im Flugzeug antreten, sollten Sie beachten, dass es für Handgepäckstücke Größen- und Gewichtsbeschränkungen gibt.

Reisetasche

Reisetasche

Eine Reisetasche bringt gewisse Vorteile mit sich, die sich aber unter Umständen als Nachteil entpuppen könnten. Dadurch, dass sie im Gegensatz zu einem Koffer keine starren Wände hat, lässt sich in ihr unter Umständen mehr unterbringen. Und das so lange, bis sie komplett ausgebeult ist. Der Nachteil: Das erhöht natürlich das Gewicht. Mittlerweile gibt es solche Reisetaschen auch mit Rollen, dass man sie nicht tragen muss, sondern hinter sich herziehen kann. Verreist man aber mit dem Flugzeug, muss man unbedingt darauf achten, dass man auf diese Weise kein Übergewicht produziert. Auch im Auto muss man aufpassen, da die Tasche im vollen Zustand natürlich auch mehr Volumen einnimmt und unter Umständen den Kofferraum auffüllt. Andererseits ist hier eine Reisetasche wiederum auch flexibel und kann möglicherweise zusammgedrückt werden.
Reisetaschen gibt es meistens mit Griff und Umhängeschlaufe, so dass man sie auf zwei Arten tragen kann.

Koffer

Koffer und Trolleys

Genau genommen ist ein „Trolley“ auch ein Koffer, allerdings ein solcher, der über einen extra Handgriff und Rollen verfügt, so dass man ihn hinter sich herziehen kann. Die Schalen von Koffern bestehen aus verschiedenen Materialien und sind starr und fest. Im Gegensatz zu der oben bereits erwähnten Reisetasche sind sie, was den Inhalt betrifft, nur beschränkt dehnbar. Daher ist es erforderlich, die Beladung etwas genauer zu durchdenken, damit man nicht irgendwo Hohlräume hat, während von oben nichts mehr reinpasst.

Allerdings ist der Inhalt eines Koffers auch besser geschützt als bei einer Reisetasche. Vor allem beim Reisen mit dem Flugzeug ist das wichtig, da hier beim Be- und Umladen der Flieger nicht immer zimperlich mit dem Gepäck umgegangen wird (das geht aus Zeitgründen oftmals gar nicht anders).

Koffer werden oft in Sets angeboten, das heißt, man hat von einer Kofferserie verschiedene Größen für verschiedene Gelegenheiten, den etwas kleineren für die Kurzreise, den größeren für den langen Urlaub. Oft verfügen Koffer auch über ein separates Adressetikett, auf dem man die eigene Adresse vermerken kann. Bei einem Verlust des Koffers kann – muss aber nicht – dieses hilfreich sein, damit Ihr Eigentum zu Ihnen zurück findet.

In kleineren Autos können Koffer ein Problem geben, da sie sich natürlich nicht drücken lassen, sondern starr ihre Größe behalten. Und viele Koffer passen in die neuen Gepäcknetze der Bahn gar nicht mehr rein.

Koffer werden gern mit Schlössern geliefert, die einen gewissen Schutz bieten sollen. Allerdings sollte man sich darüber im Klaren sein, dass Polizisten oder Zollbeamte das Recht haben, ein solches Schloss aufzubrechen, wenn sie beispielsweise den Inhalt kontrollieren wollen.

Praktischer ist es in dem Fall, den Koffer mit einem Gepäckgurt zu versehen, und das aus gleich mehreren Gründen. Erstens, der farbige Gepäckgurt erleichtert das Identifizieren Ihres Koffers gerade am Flughafen; zweitens, Ihr Koffer ist gegen unbeabsichtigtes Öffnen gesichert; drittens, falls Ihr Koffer kontrolliert werden muss, muss kein Schloss aufgebrochen und beschädigt werden, der Gurt lässt sich einfach öffnen.

Laptop-Tasche

Laptop-Taschen

Menschen, die immer und überall per Computer zu erreichen sein müssen, haben sich natürlich längst einen transportablen Klapprechner angeschafft, auch „Laptop“ genannt. „Laptop“ heißt übrigens wörtlich übersetzt „oben auf dem Schoß“ und zeugt von der ungesunden Sitzhaltung, die Laptop-Benutzer vielfach vor allem Unterwegs einnehmen.

Ein solcher Computer benötigt natürlich auch ein adäquates Transportmittel. Gerade was das Reisen im Flugzeug betrifft, empfiehlt sich hier natürlich eine Tasche, in die etwas mehr als nur der Computer und sein Zubehör passt. Quasi eine Aktentasche, in der man „auch“ den Laptop unterbringen kann. Elektronische Geräte sind in Flugzeugen unter gewissen Bedingungen erlaubt und man darf sie sogar betreiben. Mehr dazu erfahren Sie bei Ihrer Fluggesellschaft.

Die meisten Laptop-Taschen sind Umhängetaschen mit einem langen Riemen, aber es gibt auch welche mit Griff, oder ebenso Rucksäcke.

Umhängetaschen

Umhängetaschen / Fototaschen

Dem Trend folgend, für neue Produkte sich auch in Deutschland „hip“ klingende englische Namen auszudenken kam vor noch nicht allzu langer Zeit jemand auf die Idee, eine neue Produktlinie von Umhängetaschen „body bags“ zu nennen. Die Idee dahinter war, dass diese Taschen („bag“) mit dem Riemen über der Schulter eng am Körper („body“) getragen werden. Das war zwar prinzipiell gut nachgedacht, aber man hätte sich doch vorher informieren sollen, ob der Begriff „body bag“ im Englischen nicht schon mit einer anderen Bedeutung belegt ist. Das war er nämlich, ein „body bag“ ist wörtlich übersetzt ein „Leichensack“.

Umhängetaschen sind praktisches Handgepäck für die verschiedensten Zwecke. Vor allem werden sie natürlich gern dazu benutzt, Foto- und / oder Filmausrüstungen zu transportieren, die man nicht ins andere Gepäck geben möchte. Für die Reiseunterlagen haben sie zudem separate Fächer. Sie sind entweder aus weichem Stoff, so dass ihr Eigengewicht nicht zu hoch ist, oder aus anderen Materialien wie Leder, das etwas schwerer ist. Bei den Größen der Taschen muss auf die Größenbeschränkung bei Flugzeughandgepäck geachtet werden.

Zweckmäßig ist es auch, eine einfache Umhängetasche zusammengefaltet im Gepäck mit sich zu führen, um etwa Badesachen am Urlaubsort an den Strand mitzunehmen. Ansonsten könnten Sie gezwungen sein, vor Ort eine teure Tasche zu kaufen, die Sachen „irgendwie so“ einzeln mitzunehmen oder auf eine Plastiktüte zurückzugreifen, was das Bild vom „typischen Touristen“ verstärken würde. Außerdem sieht es unmöglich aus.